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Württembergisches Gendarmeriegewehr 1873 U-M

Auch hier handelt es sich um eines der Beutegewehre aus dem Krieg 70/71 gegen Frankreich. Dies Waffe wurde gekürzt und als Gendarmeriegewehr in Württemberg weiter benutzt. Eine Vergleichbare Waffe ist bei Udo Vollmer im Heft 6 "Deutsche Militär-Handfeuerwaffen" unter der Nummer 181 beschrieben. Dass dieses Gewehr eindeutig Württemberg zuzuordnen ist, belegt schon die Bestempelung auf dem Lauf, da unter dem Visier die "Hirschstange"  das Symbol Württembergs eingeschlagen ist. Auch der Brandstempel der sich auf auf dem Schaft findet ist der gleiche Kronenstempel wie auf dem Zündnadelgewehr M1857/67.  In den Jahren nach 1871 herrschte in Württemberg Mangel an Waffen, hier boten sich die Beutegewehre aus dem Krieg gegen Frankreich an. Diese wurden auf Karabinerlänge gekürzt und der Kammerstengel gekrümmt. Die Gewehre wurden nicht auf die Patrone M71 geändert.

Auch der Buchstabe "U" vor der Waffennummer belegt, einen privaten Hersteller, da die staatlichen Manufakturen diesen Buchstaben nicht nutzten.

Collage der vorhandenen Waffenstempel die sich auf der Waffe befinden. Leider ist die Gravur auf der Systemhülse stark in Mitleidenschaft gezogen so, dass nur noch geringe Teile der Beschriftung zu erkennen sind. Ein Vergleich mit einem entsprechenden Bild in der Zeitschrift Visier legt nahe, dass es sich um ein Gewehr der Firma Cahen-Lyon & Cie handelt. Als Antoine Chassepot am 27.08.1866 sein Patent auf das Zündnadelgewehr erhielt, unterzeichnete er noch am gleichen Tag einen Lizenzvertrag mit Isaak Cahen-Lyon. Diese Firma erhielt später einen Auftrag über 400 000 Gewehre für das französische Militär.

 

Bei der gekürzten Variante wurde das Nasenband mit einem Kornschutz versehen. Hierzu wurde mittels Hartlot auf das vorhandene Band ein Aufsatz aufgelötet.

Hier die Stempel unter dem Visier mit den "Hirschstangen" dem Symbol Württembergs, zu sehen auch in dem Wappen ab 1817 (siehe oben). Zu finden ist dieses Symbol auch noch heute z. B. im  Prüfstempel vom Beschussamt Ulm.

Beim Verschluss wurde für die Karabinerausführung der Kammerstengel umgebogen, ansonsten wurden keine weiteren Änderungen vorgenommen.